GUT ZU WISSEN

Eine Frage der Abwägung

  • Baden-Württemberg ist das windschwächste Bundesland. Der am häufigsten vorkommende Betriebszustand einer Windkraftanlage (WKA) in Baden-Württemberg ist der Stillstand.
  • Eine Windanlage benötigt für Generator, Getriebe, Umspannstationen und endlose Kabelstränge riesige Mengen Zement, Sand, Stahl, Zink, Aluminium und tonnenweise Kupfer. In einer einzigen mittelgroßen Windturbine sind rund 67 Tonnen Kupfer enthalten. Um diese Menge Kupfer zu gewinnen, müssen Bergleute 50.000 Tonnen Erde und Gestein bewegen. Das Geröll wird geschreddert, gewässert und gelaugt. Pro Windkraftanlage werden zudem mehr als 1.000 Kubikmeter Beton verbaut. Dazu kommen für viele moderne WKA bis zu 100 Kubikmeter Balsaholz je Anlage, das in den Rotorblättern steckt. Dafür werden weite Flächen Tropenwald abgeholzt, das Balsaholz mit großen Frachtschiffen über den Atlantik transportiert. Um die Welt zu retten, wird mit den „grünen“ Technologien der Planet geplündert. Von der aufwendigen und teils nach wie vor ungeklärten Entsorgung dieser Materialmengen ganz zu schweigen. Viel zerstörte Natur sowie ein gigantischer Flächen- und Ressourcenverbrauch für wenig unzuverlässigen Grünstrom.

  • Manche sagen „Der Wind schickt keine Rechnung, ihn zu nutzen kostet nichts.“ Das mag sein, allerdings blendet diese Aussage wesentliche Kostenbestandteile der Realität aus. Denn die Betreiber der Windkraftanlagen schicken sehr wohl Rechnungen. Hinzu kommt der Anschluss der zigtausenden Anlagen an das Netz, der Standby-Betrieb der notwendigen fossilen Backup-Kraftwerke zum Auffangen der wetterbedingten Leistungseinbrüche sowie die Entsorgung von Müllstrom. Alles zusammen hat zur Folge, dass wir in Deutschland die höchsten Strompreise weltweit bezahlen müssen. Errichtung und Betrieb von Windkraftanlagen kosten viele Millionen Euro bei einer sehr überschaubaren Lebensdauer von ca. 20 Jahren. Während dieser Zeit tragen die Anlagen 3/4 ihrer Zeit (also 15 von 20 Jahren) kaum zur Stromversorgung bei, statt einen nützlichen Beitrag zu leisten verwittern sie nur. Die Industrieriesen sind Energiezwerge. Windkraftanlagen werden die Energieversorgung einer Industrienation wie Deutschland nicht zuverlässig sichern können. Auch die Erhöhung einer Anzahl der Anlagen in windarmen Regionen kann daran nichts ändern. In diesem Video wird diese Aussage mit Zahlen und nachprüfbaren Rechnungen belegt.
  • Wir sollten uns viel mehr auf Energieeinsparungen konzentrieren, der spürbare Effekt bei gleichzeitig deutlich weniger Ressourcenverbrauch wäre viel größer. Würde beispielsweise im Verkehr 14 Prozent weniger Kraftstoff verbraucht, so würde das mehr Energie einsparen, als alle Windkraftanlagen Deutschlands liefern.
    • Mit Windkraftanlagen in der sichtbaren Umgebung Baden-Badens wäre der UNESCO-Welterbe-Status bedroht. Laut unabhängiger Gutachten (u.a. UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal, Sichtachsenstudie Wiesbaden, Nominierungsantrag Albhöhlen) entstünde dadurch „sehr hohes Konfliktpotenzial“. Die Gründe sind: Technische Überprägung, visuelle Dominanz und Maßstabsverluste, Verlust des authentischen Landschaftsbilds, stark veränderte Wahrnehmungsqualität höher gelegener Sichtpunkte. Würde Baden-Baden der Welterbe-Status aberkannt werden, würden auch alle anderen zehn europäischen „Great Spa Towns of Europe“-Kurstädte ihren UNESCO-Welterbe-Titel verlieren — Imageverlust und wirtschaftlicher Schaden wären immens.
    • Ein Forschungsbericht des Bundesamts für Naturschutz (BfN) zum Ausbau der Windenergie (2021) sieht für die Region um Baden-Baden und den ganzen Schwarzwald Ausschlussgründe für Windenergie wegen unzureichender Windhöffigkeit oder technisch/rechtlicher Probleme. Das realistische Windenergie-Flächenpotenzial in Bezug auf die Landesfläche von Baden-Württemberg wird vom BfN mit den folgenden Zahlen beziffert: 91,2 Prozent Ausschlussflächen für Windenergie, 1,3 Prozent Flächenpotenzial mit geringen bis mittleren Konfliktrisiken, nur 1 km² Flächenpotenzial mit sehr geringen Konfliktrisiken — bezogen auf ganz Baden-Württemberg!
    • Die Windhöffigkeit wird im Windatlas Baden-Württemberg überhöht angegeben. Auswertungen der bestehenden Windkraftanlagen in Baden-Württemberg haben gezeigt: Die tatsächlichen Windgeschwindigkeiten sind signifikant niedriger. Viele Anlagen erreichen weniger als 50 Prozent der Prognosewerte. Kaum eine Anlage erreicht den Referenzertrag von 60 Prozent, die Mindestertragsschwelle für eine EEG-Förderung. Viele Windkraftanlagen in Baden-Württemberg hätten somit gar nicht erst genehmigt werden dürfen.
    • Beispiel Straubenhardt, nicht weit von Baden-Baden: Im Jahr 2018 lag die Auslastung der elf Windkraftanlagen bei nur 16,6 Prozent. Über weite Strecken gab es Windflauten, an denen überhaupt kein Windstrom erzeugt und kein einziger Haushalt versorgt werden konnte. Ganz konkret: An 2.358 Stunden (27 Prozent der Jahresstunden) produzierten die Anlagen 0 (!) kW Strom. An 2.450 Stunden produzierten sie sehr wenig Strom, 0 bis 172 kW, das bedeutet maximal 5,7 Prozent der Nennleistung (28 Prozent der Jahresstunden). Macht in Summe 55 Prozent des Jahres 2018 (4.808 von 8.760 Jahresstunden), an denen die Straubenhardter Windkraftanlagen keinen oder fast keinen Strom erzeugt haben.
    • Nach Ablauf der EEG-Förderung lohnt sich ein Weiterbetrieb der Windkraftanlagen in den meisten Fällen nicht mehr. Allein in Brandenburg werden bald mehr als 400 Windkraftanlagen nach Ablauf der auf 20 Jahre befristeten EEG-Subventionen stillgelegt (Stand 2021), da sich der weitere Betrieb wirtschaftlich nicht mehr lohnt. Brandenburg ist verglichen mit Baden-Württemberg vergleichsweise windhöffig, aber selbst die dortigen Windverhältnisse reichen für einen rentablen Betrieb nicht aus. In den kommenden Jahren werden bundesweit mehrere Tausend Windkraftanlagen vom Netz genommen, da die EEG-Förderung ausläuft und die Betreiber ohne diese Subventionen kein Interesse an einem weiteren Betrieb der Anlagen haben.
    • Deutschland geht immer mehr vom Stromexport zum kostspieligen Stromimport über, unsere Abhängigkeit vom Ausland steigt. Nur auf dem Papier wird unser Strom dadurch „reingewaschen“, denn importierter Strom gilt als CO2-frei, ganz egal ob es sich um Atomstrom aus Frankreich oder um Kohlestrom aus Polen handelt.
    • Deutschland hat mittlerweile die höchsten Strompreise weltweit, was für die Industrie immer mehr zum gravierenden Standortnachteil und für viele Menschen immer mehr zu einer ernsthaften finanziellen Belastung wird.
    • Je mehr wetterabhängige Windkraftanlagen gebaut werden, umso stärker fallen die Schwankungen im Stromnetz aus. Hinzu kommt, dass grundlastfähige und schwarzstartfähige Kraftwerke vom Netz genommen werden. Die Versorgungssicherheit ist zunehmend gefährdet, Experten warnen vor der steigenden Gefahr eines Blackouts.
    • Es gibt erste Erkenntnisse (u.a. von Harvard-Forschern) darüber, dass Windkraftanlagen negative klimatische Veränderungen hervorrufen können. Die Gründe liegen in der Umwälzung der natürlichen erdnahen Temperaturschichten und in der Reduzierung der Windgeschwindigkeit durch Windindustrieparks. Denn Windkraftanlagen erzeugen aus kinetischer Windenergie Strom und entziehen damit der Atmosphäre diese Bewegungsenergie. Bei einzelnen Windrädern kann der Energieentzug bis zu 40 Prozent der Windströmung betragen, bei Windparks mit mehreren Anlagen liegt der Wert pro Generator mit 26 Prozent darunter, da die einzelnen Anlagen sich gegenseitig den Wind abschneiden. Insgesamt verringert sich die Windgeschwindigkeit dadurch dauerhaft. Der Luftmassenaustausch wird reduziert, die Luftmassen können längere Zeit über einem Gebiet liegen und sich stärker erwärmen. In der Folge kann das zu langanhaltender Trockenheit mit lokalen oder überregionalen Dürren, Starkregenereignissen sowie zu Änderungen in Flora und Fauna führen.
    • Windkraftanlagen lassen den Wert von Immobilien schrumpfen, der Wert eines Hauses in einem Kilometer Entfernung sinkt im Durchschnitt um 7 Prozent. Am stärksten betroffen sind alte Häuser in ländlichen Gebieten. Hier kann der Wertverlust innerhalb eines Ein-Kilometer-Radius sogar 23 Prozent betragen. Erst ab 8 km Abstand gibt es keine Auswirkung auf die Immobilienpreise mehr.
    • Kein anderes Land folgt dem deutschen Weg, gleichzeitig aus der Kohle und Kernenergie auszusteigen. Durch den starken Zubau mit immer höher werdenden Windkraftanlagen werden weite Teile Deutschlands und unserer Wälder zu Industriegebieten, zigtausende Menschen leiden unter Schall und Infraschall, Tiere werden getötet, ökologisch wertvolle Böden mit hunderttausenden Tonnen Stahlbeton versiegelt, die Versorgungssicherheit und der Wirtschaftsstandort Deutschland gefährdet. Unser Strom ist der teuerste der Welt. Wir machen uns zunehmend abhängig vom Wetter und von Stromimporten aus dem Ausland, überwiegend Kohle- und Atomstrom. Ist das der richtige Weg?