GUT ZU WISSEN

Natur, Wald und Landschaft

  • Der Wald ist kein Industriegebiet. Der Wald ist unser wichtigster Verbündeter in Sachen Klimaschutz. Er ist der wirksamste CO2-Speicher, Lebensraum wildlebender Tiere und geschützter Arten, Ökosystem, Erholungsoase, Naturraum, Wasserspeicher, Frischluftreservoir. Wurzeln stabilisieren Hänge und Böden, Blätter schenken Sauerstoff. Bäume spenden Schatten, kühlen die Luft. Vor allem können unsere Wälder und naturbelassene Waldböden riesige Regenmengen aufnehmen und speichern, ein entscheidender Faktor beim Schutz vor Hochwassern.
  • Pro Windkraftanlage im Wald werden bis zu 2,5 Hektar Wald abgeholzt (nicht wie von Windindustrie und Politik behauptet 0,5 Hektar). Zu besichtigen beim Windindustriepark Hohenlochen im mittleren Schwarzwald. Eine anschließende Aufforstung ist Illusion.
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  • Durch den Windkraftausbau sind schon mehr als 100 Millionen Tonnen Stahlbeton in unseren Böden vergraben, dadurch luft- und wasserdicht verplombt. Wirksamer Hochwasserschutz bedeutet aber gerade: Kein Abholzen unserer Wälder für Windindustrieanlagen. Keine Versiegelung der wertvollen Waldböden mit Stahl und Beton für die metertiefen Fundamente. Keine irreversible Verdichtung der Böden für Stellflächen, kilometerlange Zuwegungs-Schneisen und Stromtrassen.
  • In den Rotorblättern ist unter anderem tropisches Balsaholz verbaut, in vielen modernen Windanlagen bis zu 100 Kubikmeter Balsaholz je Anlage. Dafür werden große Flächen Tropenwald abgeholzt. Da bei der Nutzung/Abholzung der Balsaholzstämme viel Regenwald rundum zerstört werden muss und die Bäume nicht sehr dicht stehen, werden hierzu erhebliche weitere Regenwaldflächen vernichtet. Damit führen die Grünen den Beschluss ihrer Bundestagsfraktion vom 5.9.2019 ad absurdum, in dem es heißt: „Die EU muss verbindliche entwaldungsfreie Lieferketten und somit einen Importstopp für waldzerstörende Produkte beschließen.“

  • Unzerschnittene Wälder und intakte Ökosysteme werden wichtiger denn je. Eine Studie der ETH Zürich besagt, dass eine globale Aufforstung den Klimawandel effektiv bekämpfen kann. Eine neue Princeton-Studie hat herausgearbeitet, dass das Pflanzen von Bäumen und die Aufforstung von Wäldern unseren Planeten mehr kühlt als bisher angenommen.
  • Auch nach allen Maßnahmen der Bundesregierung zur Abschwächung des Klimawandels müssen wir zukünftig mit weiter steigenden Temperaturen rechnen. Das bedeutet für den Wald noch mehr Trocken-Stress und Gefahren durch Borkenkäfer und andere Insekten. Darum sollten alle Maßnahmen unterlassen werden, die den Wald schwächen (u.a. Eingriffe in geschlossene Waldbestände, neue Ränder durch breitere Wege, Untersonnung, schneller Wasserablauf, Versiegelung der Böden). Das gilt insbesondere für Windindustrieanlagen, deren Errichtung und Betrieb der Resilienz des Waldes sowie seiner Ökosysteme großen Schaden zufügen.
  • Beim Klimagipfel 2021 in Glasgow haben sich mehr als 100 Staaten darauf verpflichtet, die Zerstörung von Wäldern bis 2030 zu stoppen. Darum haben sie ein Abkommen zum Stopp der Entwaldung beschlossen. Die unterzeichnenden Länder, darunter Deutschland, umfassen zusammen mehr als 85 Prozent der weltweiten Waldflächen.
  • Bei uns leben viele geschützte Tierarten: Rotmilan, Bussard, Falke, Kolkrabe, Fledermaus, etc. Hinzu kommen durch das Naturschutzgesetz besonders geschützte Feuchtbiotope, Bäche und Felsformationen. Mit dem Nationalpark, Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord, mehreren Naturschutz-, Vogelschutz-, FFH2000- und Landschaftsschutzgebieten haben wir die höchste Dichte an Schutzgebieten in ganz Baden-Württemberg.
  • Deutschland hat sich der EU-Biodiversitätsstrategie für 2030 verpflichtet, ein zentrales Element des „European Green Deal“. Schlüsselelemente der EU-Biodiversitätsstrategie sind: Die Schaffung von Schutzzonen auf mindestens 30 Prozent der Landgebiete und 30 Prozent der Meeresgebiete Europas durch rechtsverbindliche Ziele für die Wiederherstellung der Natur und einen strengeren Schutz der europäischen Wälder. Als geeignete Flächen zur Umsetzung des 30-Prozent-Flächenanteils werden genannt: Naturschutzgebiete, Nationalparks, FFH- und Vogelschutzgebiete, Biosphärenreservate, Landschaftsschutzgebiete, Naturparke. Unter anderem der Schwarzwald ist geprägt von derlei hochwertigen Schutzgebieten. Diese Schutzgebiete dürfen im Sinne der EU-Biodiversitätsstrategie nicht industrialisiert werden.
  • Das Bundesamt für Naturschutz hat die erste bundeseinheitliche Bewertung des Landschaftsbilds im Kontext der Energiewende durchgeführt und 2021 veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen klar, dass der Schwarzwald bei allen untersuchten Indikatoren (gesetzliche Kriterien Vielfalt, Eigenart und Schönheit des Landschaftsbilds sowie landschaftsbildbezogener Erholungswert und Erholungspotenzial der Landschaft) bundesweit die höchsten Einstufungen hat. Damit ist der Schwarzwald eine der landschaftlich und touristisch wertvollsten Regionen der Bundesrepublik. Diese einzigartige Vielfalt und Schönheit des Landschaftsbilds gilt es zu bewahren.
  • Baden-Baden als Tourismus- und Gesundheitsstandort lebt von der naturbelassenen Landschaftskulisse und der intakten Natur. 250 Meter hohe Windindustrieanlagen wirken auch aus der Ferne bedrohlich nahe, dominieren die Landschaft über viele Kilometer hinweg, insbesondere in unserer bergigen Landschaft mit den vielen prägenden Sichtachsen. Bei Dunkelheit blinken die Anlagen rot, das Wummern der Rotoren durchschneidet die Nachtruhe. Lärm und Infraschall sind tagsüber und vor allem nachts wahrnehmbar.
  • Einer höchst fraglichen ausreichenden Windhöffigkeit im windschwächsten Bundesland Baden-Württemberg steht eine sehr hohe Bedeutung vieler anderer öffentlicher Belange entgegen, insbesondere bei den Schutzgütern von Natur und Landschaft einschließlich gesetzlich geschützter Flächen. Dazu kommt der durch den EuGH am 4. März 2021 zementierte individuelle Artenschutz. Die Belange von Natur, Landschaft und Artenschutz gehen im Range vor. Der Eingriff wäre nach Bundesnaturschutzgesetz unzulässig.